25.02.2019

Doch, man darf Backwaren ohne Handschuhen anfassen

Das privatwirtschaftliche „Deutsche Institut für Servicequalität” hatte bei Tests von Filialbäckereien unter anderem bemängelt, dass die Verkäuferinnen die Ware mit bloßen Händen anfassten. Die BGN kann die Kritik nicht verstehen.

Die Berufsgenossenschaft Nahrungsmittel und Gastgewerbe (BGN) widerspricht einer vom „Deutschen Institut für Servicequalität“ veröffentlichten Studie, in der es heißt: „Dass Verkäuferinnen und Verkäufer die Ware mit der bloßen Hand anfassen, ist nicht nur ein Ärgernis für Kunden, sondern ist auch in puncto Lebensmittelhygiene kritisch zu sehen.“ Hygieneexperte und Mikrobiologe Dr. Roland Sohmen von der Berufsgenossenschaft erklärt dagegen: „Die Benutzung von Handschuhen bringt keinen hygienischen Vorteil. Dies liegt vor allem daran, dass Bargeld weitaus geringer mit Keimen belastet war als bisher angenommen“, so der Experte.

Die BGN hatte im Rahmen einer nach eigenen Angaben wissenschaftlich belastbaren Studie bundesweit Bäckereien und Verkaufsfilialen untersucht und festgestellt, dass die Oberfläche von abgegebenen Backwaren unabhängig vom Gebrauch von Handschuhen oder der baren Hand hygienisch vergleichbar und nicht zu beanstanden waren. Deshalb ergäben sich für den Kunden keine Vorteile darin, ob das Verkaufspersonal Handschuhe benutzt oder nicht. In Zusammenarbeit mit dem Zentralverband des Deutschen Bäckerhandwerks und der BGN haben 44 Handwerksbäckereien und 56 Filialen von Großbäckern Proben direkt aus dem täglichen Verkaufsgeschehen genommen, um die tatsächlich auftretende Keimbelastung auf Brötchen und auf Bargeld zu untersuchen. Anlass der Untersuchung für die BGN war die auffällig hohe Fallzahl an Hauterkrankungen unter dem Verkaufspersonal im Bäckerhandwerk.

Kurze Ergänzung von uns: Vom Namen „Deutsches Institut für Servicequalität” sollte man sich nicht irritieren lassen. Dahinter verbirgt sich ein privatwirtschaftliches Marktforschungsunternehmen. Das hatte für seine „Servicestudie Bäckereiketten” die Servicequalität in zehn Filialbetrieben untersucht. Die Kriterien erscheinen uns auch abseits der Handschuhfrage bemerkenswert.

Beispiel: „Auch das Produktangebot zeigt Licht und Schatten: Das Standardsortiment, also Brote, Brötchen und auch süßes Gebäck, wird in den meisten Filialen in großer Vielfalt angeboten. Speziellere Wünsche können aber nicht immer befriedigt werden. So ist das Angebot an glutenfreien oder Bio-Produkten oft überschaubar.”

Noch Fragen? Dann ist ja alles klar.

wac

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