Marktkieker 2016 vergeben

Preisträger und Jury auf der Marktkieker-Gala 2016 im Adlon in Berlin.

In Berlin sind am 28. Mai Bäckermeister Grobe  (Dortmund), Der Bäcker Schuhbeck (Ruhpolding), Martin Auer (Graz, Österreich) sowie Merz (Chur, Schweiz) mit dem Marktkieker, dem wichtigsten Unternehmerpreis der Backbranche, ausgezeichnet worden. 

 

Im Rahmen einer festlichen Gala im Hotel Adlon in Berlin hat das Fachmagazin Back Journal die Marktkieker 2016/2017 vergeben. Die Preisträger Jürgen Hinkelmann (Bäckermeister Grobe), die Familie Schuhbeck (Der Bäcker Schuhbeck), Martin und Barbara Auer (Martin Auer) sowie Roni Merz (Merz) haben nach Überzeugung der unabhängigen Fachjury Konzepte entwickelt, die beispielgebend für die Branche sind. Mit der Gala in Berlin wurde die Idee des Innovationspreises Marktkieker 29 Jahre alt.

Beim Bäckermeister Grobe aus Dortmund beeindruckte die Jury besonders, wie es Inhaber Jürgen Hinkelmann und seinem Team gelungen ist, in einem schwierigen Markt eine vorbildliche Handwerksbäckerei zu etablieren. Am Anfang des Unternehmens "Bäckermeister Grobe" stand die Fusion von drei kleineren Filialbetrieben zu einer handwerklichen Bäckerei in zukunftsfähiger Größe. Schon dieses Projekt war in den Jahren 2002 und 2003 Vorbild für viele Kolleginnen und Kollegen aus dem Handwerk. Seitdem hat der Preisträger das Unternehmen kontinuierlich weiterentwickelt. Produktqualität, Frische, Management-Strukturen, Marketing und nicht zuletzt die moderne Mitarbeiterführung haben den Bäckermeister Grobe zu einem der Vorzeigebetriebe des deutschen Bäckerhandwerks gemacht. Zahlreiche Auszeichnungen, beispielsweise  "Familienbewusstes Unternehmen", "Ausbildungspreis der Dortmunder Wirtschaft" oder "Meister.Werk.NRW" belegen das. Vorbildlich sind darüber hinaus die Leistungen des Unternehmens bei der Integration von Menschen mit Behinderung.

Bäckerinnen und Bäcker, die einen Blick auf die Zukunft ihres Handwerks werfen möchten, haben seit einigen Jahren ein festes Besuchsziel. Sie fahren zum Bäcker Schuhbeck nach Ruhpolding. Die Familie Schuhbeck zeigt hier in ihrem Brot und Kaffeehaus, wie sich die Kernkompetenzen einer Bäckerei und Konditorei mit moderner Gastronomie vereinen lassen. Die Schuhbecks haben ihr Unternehmen so für die Konkurrenz aus Industrie und Discountern unangreifbar gemacht. Basis des Erfolges der Bäckerei mit elf Fachgeschäften ist weiterhin die ausgezeichnete Produktqualität, belegt schon durch zahlreiche Staatsehrenpreise des Freistaates Bayern. Nach Überzeugung der Fachjury wird in der Backstube von Schuhbeck aber nicht nur ausgezeichnetes Brot gebacken. Die Hygiene ist so vorbildlich, dass sogar Lebensmittelkontrolleure bei Schuhbeck ausgebildet werden. Bei der Mitarbeiterführung spielen die Schuhbecks die Vorteile eines Familienbetriebs, der den Menschen in den Mittelpunkt stellt, voll aus.

Merz aus Chur führt den Beweis, dass gute Bäckergene vererbt werden können. Roni Merz ist nämlich der zweite Marktkieker-Preisträger in der Familie. Zum ersten Mal in der 29-jährigen Geschichte des Marktkiekers wird ein Unternehmen damit zum zweiten Mal mit dem wichtigsten Preis des Bäckerhandwerks ausgezeichnet. Dahinter steckt natürlich eine ganz besondere, eigenständige Leistung. Roni Merz hat nach der Übernahme in seinem Unternehmen mit neun Standorten eine Innovationskultur etabliert, die dem Betrieb nicht nur in der Schweiz so schnell kaum jemand nachmacht. Die Managementstrukturen können Vorbild für alle Handwerkskollegen sein. Die gläserne Backstube von Merz in Chur ist schon seit Jahren nicht nur für die Merz-Kunden Anziehungspunkt, sondern auch für Kolleginnen und Kollegen aus ganz Europa. Besonders wichtig sind hier aber die inneren Werte: Bei ausgezeichneter Produktqualität und Frische ist es Roni Merz gelungen, die Nachtarbeit in seinem Betrieb auf ein Minimum zu reduzieren. Der Arbeitstag der meisten Merz-Bäcker beginnt um 7:30 Uhr. Die Vorteile für die Mitarbeiter liegen auf der Hand und werden richtungsweisend für die Branche sein.

Es ist kein Geheimnis, dass das klassische Brotgeschäft in vielen Bäckereien unter dem Druck der Billigkonkurrenz steht. Martin und Barbara Auer von der Bäckerei Martin Auer aus Graz stellen sich diesem Negativtrend mit einer besonderen Mission entgegen: "Gebt dem Brot die Seele zurück" ist das Motto ihrer Bäckerei. Das Unternehmerehepaar hat nach der Übernahme die elterliche Traditionsbäckerei auf eine ganz neue Basis gestellt und einen Negativtrend nicht nur stoppen, sondern umdrehen können. Säulen des Erfolgs sind eine individuelle Brotqualität, die industrielle Wettbewerber nicht kopieren können. Dazu kommen neue Verkaufskonzepte und ein Auftritt, der perfekt zur Mission passt. Vor allem aber haben Martin und Barbara Auer die Bedeutung der Mitarbeiter für den Erfolg einer handwerklichen Bäckerei erkannt. Am Anfang einer Beschäftigung bei Auer steht nicht die Vermittlung von fachlichen Kenntnissen, sondern die Identifikation mit der Philosophie der handwerklichen Bäckerei. Zu Auer gehören 30 Fachgeschäfte

 Die Organisation des Marktkiekers liegt beim Fachmagazin Back Journal aus der Inger Verlagsgesellschaft, Osnabrück. Mitglieder der Jury sind Fridjof Olms (Marktkieker-Stifter), Michael Wippler (Präsident des Zentralverbands des deutschen Bäckerhandwerks), Jutta Armbruster-Oberdorfer (Bäckerei Armbruster, Preisträger 2012), Dr. Gerhard Bosselmann (Landbäckerei Bosselmann, Preisträger 2000), Thomas Krupp (Ireks GmbH), Reto Fries (Direktor der Bäckerfachschule Richemont, Schweiz), Rainer Pastätter (Heinritzi GmbH), Prof. Michael Kleinert (ZHAW Wädenswil, Schweiz), Trond Patzphal (Geschäftsführer Inger Verlag) und Dirk Waclawek (Chefredakteur Back Journal).

Unterstützt wurde der Marktkieker 2016/2017 von den Firmen Ireks, Vandemoortele, goldgas, J. J. Darboven, Hofbräu München, Clean 24 sowie stampay.